Warum Standortdaten so sensibel sind
Ein einzelner Standort wirkt harmlos. Ein Verlauf über Wochen zeigt aber, wo dein Kind wohnt, zur Schule geht, Sport macht und Freunde trifft. Aus solchen Mustern lassen sich Personen auch dann wiedererkennen, wenn Namen entfernt wurden.
Deshalb ist bei Familien-Ortungs-Apps nicht nur wichtig, was du in der App siehst, sondern auch, was im Hintergrund mit den Daten passiert: Wo werden sie gespeichert, wie lange, und wer bekommt sie außer dir?
Sechs Fragen vor der Installation
Wie finanziert sich die App?
Ein kostenloser Dienst muss sich anders finanzieren. Prüfe in der Datenschutzerklärung, ob Standortdaten für Werbung, Marktforschung oder „Partner“ genutzt werden dürfen.
Wer sind die Empfänger?
Eine gute Datenschutzerklärung nennt die Empfänger konkret. Vage Kategorien wie „ausgewählte Dritte“ sind ein Warnsignal.
Wo liegen die Standortverläufe?
Auf zentralen Servern des Anbieters oder in einem Speicher, den die Familie kontrolliert? Zentral gesammelte Daten vieler Familien sind ein attraktives Ziel.
Wie lange wird gespeichert?
Brauchst du wirklich Verläufe über Monate? Kurze, automatische Löschfristen sind ein gutes Zeichen.
Sieht mein Kind die Ortung?
Heimliche Ortung untergräbt Vertrauen. Auf dem iPhone zeigt iOS bei Hintergrundortung einen sichtbaren Hinweis an.
Was verspricht die App?
Kein Dienst kann metergenaue Echtzeit-Ortung garantieren. Wer das verspricht, ist nicht ehrlich zu dir.
Warnsignale in Datenschutzerklärungen
- Standort- oder Bewegungsdaten dürfen an „Partner“ oder für „Analysen“ weitergegeben werden.
- Daten werden „anonymisiert“ weitergegeben, ohne zu erklären, wie. Bewegungsprofile lassen sich oft wieder Personen zuordnen.
- Es gibt eine eigene Rubrik zum „Verkauf“ oder „Teilen“ personenbezogener Daten mit einer Widerspruchsmöglichkeit.
- Im App Store steht unter den Datenschutzangaben „Daten, die zum Tracking verwendet werden“.
- Löschfristen fehlen oder lauten „so lange wie erforderlich“ ohne Konkretisierung.
Diese Signale sind keine Aussage über eine bestimmte App. Sie helfen dir, Datenschutzerklärungen selbst einzuordnen.
So geht Kydly mit Standortdaten um
- Kein eigener Familienserver: Standortproben und Ortsereignisse werden über Apple CloudKit in der iCloud des Kydly-Organisators gespeichert und mit verbundenen Familiengeräten synchronisiert.
- Kein Datenverkauf, keine Werbung, keine eigenen Analyse- oder Werbe-SDKs in der App.
- Standortproben werden nach sieben Tagen bereinigt, bestimmte Ereignisse nach 30 Tagen. Der Abgleich zwischen App und iCloud erfolgt zeitversetzt.
- Laufende Ortung findet nur auf dem Kinder-iPhone statt; iOS zeigt dabei den Hinweis für Hintergrundortung.
- Dein Kind sieht in seiner Ansicht, was Eltern sehen.
- Du siehst den zuletzt verfügbaren Standort mit Genauigkeit. Er kann ungenau oder veraltet sein.
Für Orte wie Zuhause, Schule oder Sportverein legst du Zonen mit 100 Metern bis 5 Kilometern Radius an und erhältst Hinweise zu Ankunft und Verlassen. Die Tagesroute mit gespeicherten Punkten ist Teil von Premium.
Fazit
Eine gute Familien-Ortungs-App gibt dir ein besseres Gefühl, ohne aus dem Alltag deines Kindes ein Datenprodukt zu machen. Achte auf das Geschäftsmodell, konkrete Empfänger, kurze Löschfristen und Offenheit gegenüber dem Kind.
Häufige Fragen
Gibt es Familien-Ortungs-Apps ohne Datenverkauf?
Ja. Achte auf Apps, die sich über Abo oder Kauf finanzieren, keine Werbung zeigen und in der Datenschutzerklärung keine Weitergabe an Werbe- oder Datenpartner vorsehen. Kydly verkauft keine Daten und betreibt keinen eigenen Familienserver.
Wie genau ist die Ortung in Kydly?
Kydly zeigt den zuletzt verfügbaren Standort mit Genauigkeitsangabe. Je nach Empfang, Freigaben und iOS kann er ungenau oder veraltet sein. Eine metergenaue Echtzeit-Ortung wird nicht zugesagt.
Kann ich mein Kind heimlich orten?
Kydly ist nicht für heimliche Ortung gedacht. Dein Kind sieht in seiner Ansicht, was Eltern sehen, und iOS zeigt bei Hintergrundortung einen sichtbaren Hinweis.
Kydly kennenlernen
Probiere Kydly zuerst mit Beispieldaten in der Demo aus oder lade die App. Die Basisfunktionen für ein Elternteil und das erste Kind sind kostenlos.
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber wird vom Anbieter der App Kydly herausgegeben. Er ersetzt keine rechtliche, medizinische oder pädagogische Einzelfallberatung. Angaben zu Kydly beschreiben den App-Stand zum angegebenen Datum; verbindlich sind die Datenschutzerklärung, die Nutzungsbedingungen und die von Apple vor dem Kauf angezeigten Bedingungen.